Wechseljahre hautnah Teil 2: Die richtige Hautpflege

Mit den Wechseljahren stellen sich oft ganz neue Hautzustände ein. Selbst zuvor pflegeleichte Hauttypen zeigen sich jetzt störrisch. Neue Fältchen sind oft das kleinste Übel. Wir sprechen hier von extremer Trockenheit, juckender Kopfhaut oder auch Pergamenthaut. Mitunter scheint sich der Hauttyp um 180 Grad zu drehen. Aber warum? Das klären wir hier zusammen mit der Frage, welche Pflege menopausale Haut tatsächlich braucht.

 

Wechseljahre hautnah Teil 2: Die richtige Hautpflege | Five Skincare

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Wechseljahre: Neue Anforderungen an die Hautpflege

Die Menopause löst bei Frauen ja sehr gemischte Gefühle aus. Von Hitzewallungen bis zu dem Gedanken, irgendwann zum allerletzten Mal Tampons aufs Kassenband zu legen. Aber Hautprobleme? Die kommen dir nicht zwingend in den Sinn – bis sie dich einholen. Dann gehen sie über kosmetische Wehwehchen weit hinaus. Deshalb sind viele enttäuscht bis verzweifelt, wenn die Haut trotz sogenannter Anti-Aging-Produkte zum Zerspringen spannt. Doch die sind stärker auf sichtbare Effekte ausgelegt, als auf spürbare Hautverbesserungen.

Du fühlst dich ratlos, wie du deine Haut wieder in den Griff bekommst? Dann bist du hier genau richtig. Sehen wir uns an, was die Wechseljahre mit deiner Haut anstellen und wie du wieder zu einer besseren Hautbalance kommst. Beachte dazu unsere 4 Tipps weiter unten!

So verändert sich die Haut in der Menopause

Die Perimenopause (wörtlich die Zeit «um die Menopause herum») ist geprägt von starken Schwankungen im Hormonspiegel. Mal ist das Östrogen im Vergleich zum Progesteron sehr hoch (Östrogendominanz), mal sehr tief. Dadurch mehren sich Hautirritationen. Vielleicht verträgst du jetzt Produkte, mit denen du bislang sehr gut gefahren bist, nicht mehr.

Etwa ein Jahr nach der letzten Periode sinkt der Östrogenspiegel dauerhaft ab. Das kann gleich mehrere Folgen haben:

  • Die Haut wird dünner
    Experten schätzen, dass sich in den ersten fünf Jahren nach der letzten Regelblutung etwa 30 % des Hautkollagens abbaut. Deshalb nimmt die Hautdicke nach der Menopause jedes Jahr um etwa 1 % ab.
  • Trockenheit
    Die hat mehrere Ursachen: 1. Produziert die Haut weniger Talg, wodurch ihre Schutzbarriere porös wird. 2. Fehlt es ihr an Stoffen, die Feuchtigkeit in der Haut binden. 3. Verringert sich die Hautfestigkeit, wodurch sich ihre Oberfläche vergrössert. Wasser entweicht also schneller aus der Haut.
  • Empfindlichkeit
    Das liegt zum einen am Feuchtigkeitsmangel und zum anderen an einer langsameren Regeneration. So ist die Haut weniger vor Umwelteinflüssen geschützt, reagiert aber auch sensibler auf viele Inhaltsstoffe.
  • Du verträgst weniger Sonnenstrahlung
    Die Haut bildet weniger von dem Hautfarbstoff Melanin, der für Bräune sorgt und gleichzeitig vor Sonnenbrand schützt. UV-Strahlung reizt die Haut nun stärker und begünstigt die Bildung von Altersflecken.
  • Und na klar: Faltenbildung
    Weniger Kollagen, weniger polsternde Feuchtigkeit, das lässt auch Linien und Fältchen stärker hervortreten.  

Gesichtspflege in den Wechseljahren

Bei der Hautpflege in und nach den Wechseljahren stehen zwei Dinge im Fokus: Viel Feuchtigkeit und Schutz davor, sie gleich wieder zu verlieren. Wasserhaltige Produkte alleine bringen wenig. Erstens reagieren viele Personen mit eh schon trockener Haut darauf erst einmal empfindlich. Zweitens: Deine Haut kann Wasser nur schwer binden. Da wirst du cremen und cremen ohne spürbaren Erfolg. Denn deine Haut braucht

 

Feuchtigkeit +

a) Feuchthaltefaktoren, die Wasser in der Haut binden
b)
Öle, die die Hautbarriere kitten

1. Feuchtigkeitsverlust vorbeugen: Die Rolle von Hyaluron und Co.

Einige Stoffe haben die Fähigkeit, Wasser wie ein Magnet an sich und damit in der Haut zu binden. Dazu gehören Glycerin, AHA-Säuren, Hyaluronsäure oder auch Urea als Intensivpflege. Pflege mit diesen Inhaltsstoffen verringert die Fluchtgefahr von Feuchtigkeit deutlich und sollte in deinem Bad nicht fehlen! Sie tun deiner Haut morgens und abends gut.

 

Produkt-Tipp: Das FIVE Gesichtsserum wirkt feuchtigkeitsspendend und bewahrend durch Rosenwasser, Glycerin UND Hyaluronsäure.

2. Diese Öle pflegen deine menopausale Haut besonders schön

 

Do

Pflanzenöle sind zu empfehlen, weil sie die Haut nähren und schützen, ohne sie komplett abzudichten. Sie liefern ausserdem Substanzen wie Ceramide, Phytosterole und langkettige Fettsäuren, die die Hautbarriere reparieren. Denn die bewahrt die tieferen Hautschichten vor Feuchtigkeitsverlust.

Don't

Mineralöle wie Paraffine oder Silikone dichten die Haut so stark ab, dass sie aufhört gewisse Enzyme zu produzieren, die für die Regeneration nötig sind. Das macht die Trockenheit auf Dauer noch schlimmer.

💡 Produkt-Tipp: Die FIVE Shea Cream und das FIVE Gesichtsöl – Trockene Haut decken die wichtigsten dieser Stoffe ab.

Phytosterole in Arganöl und Sheabutter verleihen der Haut Stabilität und Elastizität. Linolsäure aus dem Arganöl wird zu Ceramid 1 umgewandelt, das sich nahtlos in die Hautbarriere einfügt.

Das Sanddornfruchtfleischöl im FIVE Gesichtsöl – Trockene Haut liefert dir die seltene Palmitoleinsäure. Sie stärkt die Hautbarriere und gilt als sehr gut verträglich bei sensibler Haut.

Du fragst dich vielleicht, weshalb wir die drei oben erwähnten Produkte nicht zusammenfassen und dir ein Produkt liefern, welches deiner Haut Feuchtigkeit und Öle gleichzeitig liefert?

Die klassische Creme macht genau dies: Sie besteht aus einer Wasser- und einer Ölphase. Um diese beiden Phasen dauerhaft miteinander zu verbinden benötigt es Emulgatoren. Sie sorgen für die cremige Konsistenz. Allerdings sind Emulgatoren nicht wählerisch. Sie verbinden auch Wasser (aus dem Hahn) mit deinen hauteigenen Lipiden, die so wichtig für die Schutzschicht sind. Das führt zu einem Auswascheffekt, der die Hautbarriere poröser zurücklässt. Die Trockenheit verschlimmert sich.

Einphasige Produkte wie feuchtigkeitsspendende Seren und Gels oder Gesichtsöl und wasserlose Balms (wie unsere Shea Cream) kommen ohne Emulgatoren aus bye bye Auswascheffekt! Du kannst sie einfach zwischen den Handflächen miteinander mischen, auf das Gesicht auftragen und deine Haut macht dann den Rest.

4. Unverzichtbar: Sonnenschutz

Ist eigentlich eh ein Muss, doch vor allem jetzt, da deine Haut lichtempfindlicher wird. Viele einstige Sonnenanbeterinnen spüren, dass ihre reifere Haut UV-Licht nicht mehr gut verträgt. Meide direkte Sonneneinstrahlung und achte immer – IMMER! – auf einen ausreichenden Schutz durch Kleidung und Sonnencremes. Greife hier ruhig zu einem hohem LSF.

🌟 In unserem Blog erfährst du auch, worauf du bei der Wahl einer Sonnencreme achten solltest.

5. Wichtig bei der Gesichtspflege: der pH-Wert

Den natürlichen pH-Wert der Haut zu erhalten, ist wichtig für 1. eine intakte Schutzfunktion und 2. die Hautbefeuchtung1. Bei reifer Haut ist der pH-Wert ohnehin tendenziell höher. Deshalb solltest du mit Pflege, die ihn zusätzlich erhöht, jetzt vorsichtig sein, also konkret mit Seife. Einmal einseifen erhöht den pH-Wert der Haut für mehrere Stunden. Welche Rolle der pH-Wert spielt beleuchten wir ausführlicher im Artikel zum Hautmikrobiom.

🍋 Sauer macht schön: Nutze lieber leicht saure Pflegeprodukte wie milde Enzym-Peelings, zum Beispiel von Santaverde. Sie verfeinern das Hautbild und fördern die Regeneration.

Hautpflege ist nicht alles

Sei beruhigt, du kannst die neue Durststrecke deiner Haut in den Griff bekommen. Doch ich will ehrlich sein, Kosmetik allein löst das Problem meist nicht. Die Ursache für Hautprobleme in der Menopause sind hormonelle Veränderungen. Und die spürst du auf vielerlei Weise, vom körperlichen bis zum emotionalen Wohlbefinden. Deshalb ist es sinnvoll, das Problem ganzheitlich anzugehen. Welche Rolle neben der Pflegeroutine auch die Ernährung, Stress, Schlaf und Selbstliebe spielen, verrät dir Teil 1 dieser Reihe.

Ich wünsche dir, viel Erfolg mit deiner neuen Hautroutine und dass du dich weiterhin schön fühlst!

Deine Anna

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"No cream should have more ingredients than you can count on one hand."

Anna Pfeiffer