Wechseljahre hautnah Teil 1: Hautprobleme durch Östrogenmangel

Als Frau in den besten Jahren kannst du es deiner Haut plötzlich einfach nicht mehr recht machen? Ein typisches Anzeichen für den Beginn der Menopause. Hormonelle Veränderungen schlagen auf die Haut und aufs Gemüt, was Hautprobleme wiederum begünstigt. Dieser Faktor wird bei der Hautpflege in den Wechseljahren oft vernachlässigt. Deshalb sehen wir uns hier genauer an, wie wichtig Selbstliebe jetzt für deine Hautgesundheit ist.

 

Wechseljahre hautnah Teil 1: Hautprobleme durch Östrogenmangel | Five Skincare

Photo by Ron Lach from Pexels

Die Wechseljahre und Hautprobleme an Gesicht und Körper

Zyklische Hormonschwankungen sind wir ja schon gewöhnt. Wenn sie vorher sanften Wogen geglichen haben, geht es in den Jahren der Wechselphasen aber kräftig auf und ab, gefolgt von der hormonellen Ruhe nach dem Sturm. In diesen Phasen erleben viele Frauen Hautzustände, die völlig neu für sie sind.

Das geht weit über ein paar neue Fältchen hinaus. Wir sprechen hier von Problemen, die für grosses Unbehagen sorgen: Haut, die zum Zerspringen trocken ist, juckende Kopfhaut oder auch Reizungen nach bisher heiss-geliebten Produkten. Schnell zeigt sich: Mit Kosmetik allein kommst du hier nicht weit. Hormone beeinflussen dich ganzheitlich. Genauso ganzheitlich sollte auch die Antwort darauf aussehen.

So wirken sich hormonelle Hautprobleme in den Wechseljahren aus

Hormone spielen eine Hauptrolle beim Verlauf deiner Hautentwicklung. Immer, wenn sich in ihrer Ausschüttung etwas Gravierendes ändert, wird es etwas turbulent. So war es in der Pubertät und jetzt geschieht es wieder. Nur dass der Fokus diesmal speziell auf dem weiblichen Sexualhormon Östrogen liegt. Und das geschieht damit:

Die Perimenopause …

… (wörtlich die Zeit «um die Menopause herum») ist geprägt von starken Schwankungen im Hormonspiegel. Mal ist das Östrogen im Vergleich zum Progesteron sehr hoch, mal sehr tief. Genauso auf und ab geht es auch emotional, körperlich und im Hautbild. Zunehmende Hautirritationen sind erste Anzeichen dafür, dass sich die Bedürfnisse deiner Haut jetzt ändern.  

Die Menopause …

… schliesst sich an die letzte Periode an. Jetzt sinkt der Östrogenspiegel dauerhaft ab. Das wirkt sich auf die Regeneration und die Schutzfunktion der Haut aus und kann gleich mehrere Folgen haben. Die Haut wird

  • dünner
  • trockener
  • sensibler
  • lichtempfindlicher
  • schlaffer

Problemhaut in der Menopause ganzheitlich angehen

Einfacher gesagt als getan, ich weiss. Der Punkt ist: Stress hat enormen Einfluss auf unser Hautbild. Schlechte Haut wiederum kann uns ganz schön stressen. So schnell entsteht ein Teufelskreis. Nur zu gern beginnen wir dann mit Neuem zu experimentieren, worauf ohnehin schon gestresste Haut selten positiv reagiert. Schnell wirst du feststellen: Hautpflege ist nicht alles, mit Betonung auf Haut. Sei also insgesamt gut zu dir selbst. Dabei sind vor allem 5 Bereiche wichtig, die wir uns jetzt genauer ansehen.

☝️ Natürlich ist es auch wichtig zu verstehen, wie sich die Bedürfnisse deiner Haut verändern und deine Pflege entsprechend anzupassen. Darum geht es in Teil 2 dieser Artikelreihe.

1. Die Ernährung 🍎

Viele wichtige Nährstoffe für schöne Haut nehmen wir über die Nahrung auf. Dazu gehören Vitamine, Antioxidantien und Spurenelemente, allen voran Zink, die bis in die Haut transportiert werden. Da sich die Haut nach den Wechseljahren langsamer regeneriert, ist eine gute Nährstoffversorgung umso wichtiger. Doch wie sieht die in der Praxis aus? Hier empfiehlt sich mitunter eine Ernährungsberatung. Einige Krankenkassen fördern entsprechende Angebote sogar. Erkundige dich ruhig mal danach!

Wasser! Unser Durstgefühl geht deutlich zurück, je älter wir werden. Einen Wasserkrug beim Arbeitsplatz erinnert dich an regelmässiges Trinken und gibt dir Kontrolle über die Menge.

2. Omega-3-Fettsäuren 🐟

Zwar auch ein Ernährungsthema, doch diese mehrfach ungesättigten Fettsäuren möchte ich hier gesondert hervorheben, weil sie eben soooo wichtig für die Haut sind. Sie wirken sich positiv auf eine ganze Reihe von Hautproblemen in den Wechseljahren aus. Unter anderem helfen sie, Trockenheit und Entzündungen zu reduzieren, für die barriere-geschädigte Haut anfälliger ist.

Klasse Omega-3-Lieferanten sind zum Beispiel Walnüsse, fetter Fisch und Leinöl – das ist vor allem für Veganerinnen eine hervorragende Quelle.

🌟 Wie du den Bedarf deckst, auch vegan, verrät dir unser Artikel über Omega-3.

3. Die Durchblutung fördern 🏃‍♀️

Nur mit einer guten Durchblutung läuft der Nährstofftransport bis in die Haut optimal. Hier gibt es zum Glück für jeden Geschmack einen passenden Weg.

  • Für Aktive: Bewegung bringt den Kreislauf richtig in Schwung. Die WHO empfiehlt 150 Minuten moderaten Sport pro Woche – oder für besonders Fitte 75 Minuten intensive Betätigung wie Joggen.
  • Für Geniesserinnen: Saunabesuche wirken auf den Kreislauf ganz ähnlich wie moderate Bewegung. Ausserdem lässt es sich dabei ganz wunderbar abschalten.
  • Für alle, die am liebsten zuhause wellnessen: Gesichtsmassagen und sanfte Bürstenmassagen sorgen für die tägliche Dosis Entspannung. Ausserdem regen sie die Kollagensynthese an und sorgen damit für eine strafferes Hautbild. Du kannst diese kleinen Rituale mit wenigen Minuten in deine Morgen- oder Abendroutine integrieren.

4. Aktives Stress-Management 🧘‍♂️

Stress allein kann ganz ähnliche Hautprobleme hervorrufen, wie die körperlichen Veränderungen in der Menopause. Wenn diese zwei Faktoren zusammentreffen, verstärken sie einander also ungemein. Regelmässiger Stressabbau ist deshalb umso wichtiger. Sonst ist deine Haut jetzt doppelt gebeutelt.

Nimm dir Zeit für dich und finde Wege emotionalen Druck abzulassen. Das kann Zeit in der Natur sein, eine Auszeit mit Freunden, ein Hobby, bei dem du so richtig herunterkommst oder Entspannungstechniken. Auch da gibt es ein grosses Angebot an Gesundheitskursen von Yoga bis autogenem Training. Lass es dabei ruhig angehen und höre auf deine Tagesform.

🌟 Lesetipp: In diesem Beitrag erfährst du ausführlicher, warum Stress Gift für die Haut ist und wie du ihn gezielt abbauen kannst.

5. Schönheitsschlaf🌜

Schlaf ist eines der wirksamsten Schönheitsmittel. Dabei bauen wir Stress ab und die Haut regeneriert sich über Nacht. Leider sorgen die Wechseljahre bei vielen eher für Nachtunruhe. Steuere hier bewusst entgegen. Hilfreich sind zum Beispiel Aromatherapie, Einschlafrituale oder auch eine superkomfortable Bettausstattung – immerhin verbringst du rund ein Drittel des Tages in den Federn. Und hei, wenn es nachts nicht klappt, spricht auch nichts gegen ein Nickerchen am Tag …

Sind Hormonpräparate die Lösung?

«Wenn die Hormone doch die Ursache des Problems sind, wären sie dann nicht auch die Lösung?», magst du dir jetzt denken. Und ja, Hormonpräparate können den Hautzustand tatsächlich verbessern. Du musst nur abwägen zu welchem Preis. Hormone wirken höchst komplex und bergen auch viele Risiken.

Weil die positive Wirkung von Östrogenpräparaten auf reife Haut aber Fakt ist, wird fleissig an Ersatzstoffen geforscht. Die neuen Wirkstoffe sind heute bioidentisch. Das heisst, sie unterscheiden sich von der Physiologie nicht von unseren eigenen Hormonen, versprechen aber weniger Nebenwirkungen1.

☝️ Hormone und Hormonersatzpräparate sollten nur in Abstimmung mit einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen angewendet werden.

Schöne Haut in der Menopause geht doch

Auch wenn du deine Haut gerade nicht wiedererkennst, sei beruhigt: Es gibt viele Punkte, an denen du ansetzen kannst. Mit gesunder Ernährung und jeder Menge Selbstliebe kannst du problematische Hautzustände in den Griff bekommen. Natürlich spielt auch die Pflegeroutine eine Rolle dabei. Immerhin stellt deine Haut daran jetzt neue Anforderungen. Wie also sieht die Hautpflege jenseits der Menopause aus? Das erfährst zu im zweiten Teil dieser Reihe.

Viel Freude beim Lesen!
Deine Anna

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Anna Pfeiffer