Wie speichert meine Haut Feuchtigkeit?

Wasser ist das Lebenselixier für deine Haut. Es hält sie prall und ermöglicht die verschiedenen Regenerationsprozesse. Doch leider ist Wasser hier ebenso flüchtig wie unentbehrlich. Zwar hat die Haut Mechanismen, die verhindern, dass zu viel des guten Nass’ entweicht. Doch Umwelteinflüsse, Reife und auch ungeeignete Pflege können sie austrocknen. Umso wichtiger ist es, zu verstehen, was genau deine Haut braucht, wenn sie Dürre meldet. Sehen wir es uns an!

 

Wie speichert meine Haut Feuchtigkeit? | Five Skincare

Gesunde Haut braucht Feuchtigkeit

Wird die Haut durstig, hat das unangenehme Folgen. Zunächst fühlt sich die Haut einfach trocken an, spannt oder juckt. Im Stratum Corneum, der Hornschicht, sitzen wasserlösliche Enzyme auf dem Trockenen, die die schützende Schuppenschicht regulieren. So bilden sich raue, schuppige Stellen. Die Haut verliert an Elastizität und wird rissig oder zeigt haarfeine Fissuren, die sie gleich älter aussehen lassen. Spoiler Alert: Mit Öl allein ist es hier nicht getan. Das wirkt lediglich feuchtigkeitsbewahrend, nicht aber feuchtigkeitsspendend.

☝️ Merke: Trockene Haut braucht eine Kombination aus Feuchtigkeit UND Fett.

So speichert die Haut Feuchtigkeit

Wasser kannst du in die Haut nicht einfach beliebig einfüllen. Es fliesst nicht in unsichtbare Tanks irgendwo unter der Oberfläche, aus denen es ewig zehren kann. Die Haut benötigt es in der Hornschicht und genau dort speichert sie es auch. Hier befindet sich ein Mix aus Wirkstoffen, der als Natural Moisturizing Factor (NMF) bekannt ist. Der saugt sich wie ein Badeschwamm mit Wasser voll.

Doch auch so ein Schwamm trocknet mit der Zeit wieder aus und schrumpelt in sich zusammen. Damit genau das deiner Haut nicht passiert, sichert sie diesen Speicher zusätzlich durch die Hautbarriere. Die soll dem Transepidermalen Wasserverlust (TEWL), also der Verdunstung von Wasser aus der Haut, vorbeugen.

💡 Der NMF bestimmt, wie gut die Haut in der Lage ist, Feuchtigkeit aufzunehmen. Der TEWL zeigt an, wie schnell die Feuchtigkeit wieder abgegeben wird.  

Kurz gesagt: Deine Haut ist gut durchfeuchtet, wenn sie über genügend eigene Feuchthaltefaktoren (NMF) verfügt, um Wasser zu binden, und über eine intakte Hautbarriere, um es nicht zu verlieren1. Doch woraus genau bestehen diese beiden Komponenten und wie kannst du deine trockene Haut hier optimal unterstützen? Steigen wir hier etwas tiefer ein!

Der Feuchtigkeitsgehalt der Hornschicht: Die Rolle des NMF

Die Zusammensetzung des Natural Moisturizing Factors

Der Natural Moisturizing Factor ist keine Einzelsubstanz, sondern eine Mischung aus wasserlöslichen, starken Feuchthaltemitteln, die der Körper produziert oder durch die Nahrung aufnimmt. Dazu gehören Aminosäuren, Salze, Glycerin, Harnstoff und Hyaluron1. Gesunde Zellen in der äusseren Hautschicht enthalten rund 20 bis 30 % des NMF im Trockengewicht (also ohne Wasser).

Die Rolle des NMF

Die Stoffe des NMF wirken wie kleine Wassermagnete und binden Feuchtigkeit in der Hornschicht. Sind sie damit nicht ausgelastet, ziehen sie zusätzlich Luftfeuchtigkeit an, um ihre Speicher aufzufüllen. Das System reguliert sich also im Prinzip selbst. Das ist wichtig, denn eine gut hydrierte Hornschicht:

  1. Hält die Haut prall und elastisch.
  2. Schafft eine optimale Arbeitsumgebung für wasserliebende Enzyme, die für die natürliche Abschuppung der Haut verantwortlich sind.
  3. Hält den Säureschutzmantel der Haut aufrecht, der vor Infektionen, Dehydrierung und äusseren Einflüssen schützt.

Was stört den NMF?

Da wäre zum einen sehr trockene Umgebungsluft. Sie liefert dem NMF kein frisches Wasser und sorgt dafür, dass vorhandenes schneller verdunstet. Ausserdem mag es der Haut an Stoffen fehlen, die Bestandteil des NMF sind. So nimmt zum Beispiel der Gehalt an Aminosäuren ab, wenn wir älter werden. Reife Haut hat also eine geringere Speicherkapazität als junge.

So unterstützt du den NMF deiner Haut

  • Gönne ihr eine Feuchtigkeitspflege mit hygroskopischen Inhaltsstoffen – also Wassermagneten – wie Hyaluronsäure, Urea und Glycerin. Damit hydrierst du nicht nur, sondern führst praktisch eine Speichererweiterung durch.
  • Auch eine ausgewogene Ernährung ist für die Hautgesundheit und für unseren NMF nie zu unterschätzen. Essentielle Aminosäuren wie Leucin oder Lysin kann dein Körper nicht selbst bilden und auch Salze nimmt er über die Nahrung auf.

 

Trockene Haut braucht Fett UND Feuchtigkeit | Five Skincare

Eine intakte Hautbarriere und die Rolle des TEWL

Der Aufbau der Hautbarriere

Die äussere Hautschicht kannst du dir wie einen Schutzwall vorstellen. Er besteht aus einzelnen Hornzellen, die wie die Ziegel einer Mauer aneinandergereiht und mit hauteigenen Fetten verbunden werden. Er hält unerwünschte Fremdeinflüsse ab, ist allerdings nicht komplett undurchlässig. Sonst könnte der NMF ja beispielsweise kein Wasser aus der Umgebungsluft anziehen.

Die Rolle der Hautbarriere

Die Hautbarriere hat eine doppelte Funktion. Erstens schirmt sie die Haut gegen Keime, Bakterien, Gifte etc. von aussen ab. Und zweitens verhindert sie, dass Wasser ungehindert aus der Haut verdunstet. Doch die Barriere kann löchrig werden. Durch aggressives Reinigen oder bestimmte Inhaltsstoffe (mehr dazu weiter unten) gerät das System buchstäblich aus den Fugen. Wichtige Lipide werden aus der Barriere ausgewaschen und machen sie zu durchlässig. Merke: Trockene Haut hat also häufig eine gestörte Barriere. 

Der TEWL

Der Transepidermale Wasserverlust ist in geringem Mass ganz normal. Die Haut ist keine tropfsichere Plastikdose, sondern lässt mit Absicht bestimmte Stoffe rein und raus. Bei einer geschädigten Barriere kann sie das aber nicht mehr so richtig regulieren. Der Wasserverlust steigt und steigt. Wichtig ist jetzt also, der Haut nicht nur das fehlende Wasser zurückzugeben, sondern auch die Ursache anzugehen. Der Barriere fehlt es an Lipiden. Deshalb musst du deiner Haut Wasser UND Fett zuführen.

Was stört die Hautbarriere?

Leider haben sich so einige Pflegepraktiken eingebürgert, die den TEWL fördern.

  • Dazu gehört die Reinigung der Gesichtshaut mit Seifen oder Tensiden. Bei gesunder Haut ist das gar nicht nötig und bei sensibler oder trockener erst recht nicht zu empfehlen, denn diese Substanzen entfernen Fette zu wirksam. Das macht die Hautbarriere so effektiv wie einen löchrigen Schirm. Sie braucht mitunter Stunden, um ihren Feuchtigkeitshaushalt wieder ins Lot zu bringen2,3.
  • Ausserdem wird die empfindliche Hautbarriere oft durch Emulgatoren angegriffen. Emulgatoren haben die Eigenschaft, Wasser und Fett zu verkuppeln und sind deshalb in allen Emulsionen vorhanden: Also Cremes und Bodylotion. Die Emulgatoren führen dazu, dass der Haut bei jedem Waschen mit Wasser Lipide entzogen werden. Wie dies im Detail funktioniert erfährst du in unserem Artikel über Emulgatoren.

So unterstützt du deine natürliche Hautbarriere

  • Reinige mild: Morgens genügt lauwarmes Wasser, abends ist Öl zum Entfernen von Schmutz und Make-up ideal. Ein- bis zweimal die Woche kannst du deine Poren richtig befreien mit einem Gesichtsdampfbad.
  • Liefere barrieregeschädigter Haut natürliche Lipide, mit denen sie die Lücken in ihrer Schutzschicht auffüllen kann. Pflanzenöle stecken voll davon. Ideal sind langsam spreitende Öle wie Jojobaöl, die die Haut zusätzlich abdichten und den TEWL begrenzen.
    ☝️ Auch Mineralöle bieten einen stark okklusiven Effekt, bieten aber keinen Nährwert. Sie helfen also nicht, die Hautbarriere zu reparieren.
  • Verzichte auf Emulgatoren! Die stecken in fast allen Kosmetika, die als Basis Wasser und Öl enthalten, um ihnen eine cremige Konsistenz zu verschaffen. Die Alternative sind wasserlose Produkte, die du einfach auf die feuchte Haut aufträgst – erfahre mehr über die Vorteile!

Wie kannst du deiner Haut helfen, mehr Feuchtigkeit zu speichern?

Die Ursache für trockene Haut kann also ein Mangel an Fetten oder an Feuchthaltefaktoren sein. Solange sie allerdings akut dehydriert ist, musst du ihr auf jeden Fall Feuchtigkeit zuführen. Eine ausgewogene Pflege muss her! Die liefert Wirkstoffe, die Feuchtigkeit spenden, und solche, die sie erhalten.

Und um das Problem mit den Emulgatoren zu umgehen, ist mein Tipp, zwei Produkte miteinander zu kombinieren. Dazu eignen sich ein wasserloser Balsam oder ein Gesichtsöl und ein Feuchtigkeitsserum.

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Mische einfach beide Produkte vor dem Auftragen zwischen den Handflächen, die hauteigenen (und damit harmlosen!) Emulgatoren machen den Rest. Das hat einen weiteren Vorteil: Du kannst ganz individuell darauf reagieren, ob deine Haut gerade mehr Öl oder mehr Feuchtigkeit benötigt.

Trockene oder feuchtigkeitsarme Haut?

Es gibt also zwei verschiedene Auslöser für Dehydration. Doch welcher trifft auf deine Haut zu? Hier hilft der nächste Beitrag. Der dreht sich um die Frage: Habe ich trockene oder feuchtigkeitsarme Haut?


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Anna Pfeiffer