Warum Wasser nicht in, sondern unter die Pflege gehört


Anna Pfeiffer |

Warum Wasser nicht in sondern unter die Pflege gehört

Unser Körper besteht zu etwa zwei Dritteln aus Wasser und ständig wirst du daran erinnert, wie wichtig viel Trinken für Dein Wohlbefinden ist. Wenn Deine Hautpflege also einen hohen Wasseranteil hat, kann das doch nur gut sein, oder? Stehst Du gerade? Dann setzt dich bitte, denn jetzt kommt eine Überraschung: Ist es nicht. Denn Wasser kommt niemals allein. Cremes mit H2O benötigen jede Menge Hilfsstoffe. Warum wasserhaltige Pflege oft nur ein kurzes Juhu für die Haut bedeutet, erfährst du in diesem Beitrag.

Wohlfühlfaktor vs. Hautgesundheit

Ein Blick auf die INCI-Liste der meisten Pflegeprodukte verrät, der Inhaltsstoff Nr. 1 ist Wasser. Top, denkst du dir, ist ja gesund. Du testest die Creme: eine schöne Konsistenz, gleich beim Auftragen gibt es einen Frischkick und schnell einziehen tut sie auch noch. Während zu Omas Zeiten noch mit Salben gecremt wurde, geht der Trend heute zu leichten Texturen. Klingt fortschrittlich, ist aber nur ein Schritt in Richtung Wellness, nicht in Richtung Hautgesundheit. Das liegt nicht am Wasser selbst, sondern an den vielen Nebeneffekten, die die nötigen Zusatzstoffe hervorrufen.

Wasser braucht Konservierungsstoffe

Wasser verkeimt innerhalb weniger Tage, denn Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze fühlen sich darin pudelwohl. Deshalb beinhaltet jede Creme mit Wasseranteil automatisch auch Konservierungsstoffe. Naturkosmetikfirmen verwenden meist Alkohol, da er nur wenig allergenes Potenzial aufweist und als Breitbandkonservierer gleich vor einer ganzen Reihe von Keimen schützt. Allerdings eignet er sich nicht für sensible Haut, denn er reizt und trocknet sie aus.

Konventionelle Produkte setzen auf eine Kombination von Konservierungsmitteln für die verschiedensten Keime. Das bedeutet noch mehr Stoffe, die deine Haut belasten. Manche davon können Allergien hervorrufen.

Für die cremige Textur braucht es Emulgatoren und Konsistenzgeber

Da sich Öl und Wasser nicht mischen, brauchen wasserhaltige Cremes Emulgatoren. Die verbinden beide Stoffe miteinander – im Tiegel und auf deiner Haut. Wenn Fett und Wasser längst eingezogen sind, bleiben die Emulgatoren dort. Kommt neues Wasser von außen hinzu, verbinden sie es mit hauteigenen Fetten. Es kommt zu einem Auswaschungseffekt, bei dem deiner Haut ein wichtiger Teil ihrer Schutzschicht entzogen wird, nämlich hauteigene Fette, die sogenannten Lipide. Sie wird immer trockener und anfällig für Bakterien und Co.

Hinzu kommen Substanzen, die für die richtige Textur sorgen. Denk an deine Lieblingskonfitüre. Die besteht ja aus vielen wasserhaltigen Früchtchen, die mit einem Geliermittel angerührt werden, damit die Konfitüre nicht flüssig bleibt, sondern ihre leckere Konsistenz erhält. Cremes mit H2O benötigen ähnliche Stabilisatoren. Also noch mehr, womit deine Haut fertig werden muss.

Deine Haut ist sauer, und das ist gut so – Stoffe, die den PH-Wert ausgleichen

Die Haut ist von einem Säureschutzmantel umgeben. Ihr PH-Wert liegt deshalb im sauren Bereich bei 4,5-5,75. Wasser hat einen PH-Wert von 7 und andere Inhaltsstoffe haben wieder eigene Werte. Um den Säureschutzmantel nicht zu stören, muss der PH-Wert der Pflege deshalb an den der Haut angepasst werden. Je mehr Inhaltsstoffe, desto komplexer ist auch die PH-Anpassung.

Frei von Wasser bedeutet frei von vielen Zusatzstoffen

Five verzichtet bei allen Produkten auf Wasser. Das bedeutet gleich eine ganze Reihe Inhaltsstoffe weniger, die deine Haut belasten. Doch woher kommt dann die Feuchtigkeit? Ganz einfach, aus der Leitung. Befeuchte dein Gesicht und trage die Pflege auf. So zieht sie gut ein und hilft deiner Haut, Feuchtigkeit lange zu speichern. Falls du dich jetzt wunderst, wie das funktioniert, wenn Cremes dafür doch Emulgatoren brauchen, schau doch mal unter dem Tipp Warum soll ich Öle auf die feuchte Haut auftragen? nach.

Da Five Produkte auf einen voluminösen Bestandteil verzichten, der kostengünstig aus dem Hahn fließt, sind sie hochkonzentriert. Schon eine kleine Menge genügt. Das ist nicht nur gut für dich, sondern auch für die Umwelt. Denn der geringe Verbrauch schlägt sich auch bei Verpackung und Transport nieder.

Quellen:
https://www.eucerin.de/beratung/die-haut-grundlagen/ph-wert-der-haut

http://www.dermaviduals.de/deutsch/publikationen/praeparate/produkte-ohne-wasser-und-hilfsstoffe.html
https://www.hauttatsachen.de/wasser-aqua-h2o/

 

Foto: Ladina Bischof