Natürliche Konservierungsstoffe – es geht auch ohne Alkohol

Kosmetik ohne Konservierung? Das geht nur mit wasserlosen Produkten, oder wenn du deine Creme immer frisch anrührst. Doch das braucht viel Zeit – und die ist meist Mangelware. Deshalb finde ich es klasse, mich morgens einfach aus dem Tiegel zu bedienen. Du auch? Meist wird Alkohol als natürlicher Konservierungsstoff eingesetzt. Aber wir verraten dir: Das geht auch anders.


Naturkosmetik ohne Alkohol | Five Skincare

Frische im Tiegel – warum Kosmetik Konservierungsmittel braucht

Nichts hält ewig, auch nicht Kosmetik, und sei sie noch so hochwertig. Sie besteht aus Fetten und Flüssigkeiten, die mit der Zeit verderben, genau wie in Lebensmitteln. In der EU müssen Kosmetikprodukte einige Tests bestehen, bevor sie auf den Markt dürfen. So wird beispielsweise mit dem Keimbelastungstest geprüft, ob ein Produkt ausreichend konserviert ist. Falls nicht, muss nachjustiert werden.

Verzicht auf künstliche Konservierungsstoffe

Auch FIVE Produkte sind für lange Haltbarkeit formuliert. Worauf Naturkosmetik, auch unsere, aber nur zu gern verzichtet, sind synthetische Konservierungsmittel. Denn die stehen häufig in Verdacht, hormonell zu wirken, und rufen Allergien hervor.

Es gibt verschiedene natürliche Arten der Konservierung, die genauso wirksam sind. Wichtig ist dabei, dass sie gegen eine grosse Bandbreite an Keimen wirken und zugleich so gut verträglich wie möglich sind. Alkohol oder Weingeist sind beliebt, weil sie keine Allergien auslösen. Allerdings wirkt konservierender Alkohol austrocknend und reizt empfindliche Haut. Deshalb steht er in der Kritik und eignet sich vor allem für empfindliche Haut nicht. Was sind die Alternativen?

☝️ Auf der INCI-Liste verbirgt sich Konservierungs-Alkohol unter den Angaben Alcohol, Alcohol denat. oder Ethanol.

Konservierung, aber natürlich!

Künstliche Konservierungsmittel sind ein klares No-Go für Naturschönheiten wie uns. 😉 Zum Glück lassen sich auch aus der Natur wirksame Haltbarmacher gewinnen. Doch die unterscheiden sich in ihrer Wirksamkeit. Und nicht alle wirken gegen jede Art von Verderben. Hier ein kleiner Überblick, welche Inhaltsstoffe oder Stoffgruppen konservieren und wie.

Konservierende Öle

Öle und Fette werden ranzig. Das bedeutet konkret, sie verderben durch Oxidation, wenn ihre Bestandteile mit Sauerstoff aus der Luft reagieren. Die sogenannte Oxidationsstabilität ist dabei von Stoff zu Stoff sehr verschieden. Öle, die eine hohe Stabilität aufweisen, wie zum Beispiel Jojobaöl, können deshalb auf andere Fette konservierend wirken.

Antioxidantien

Diese Radikalfänger, die Oxidationsschäden verhindern, werden ebenfalls zur Konservierung von Fetten verwendet. Sie sind häufig in den natürlichen Pflanzenfarbstoffen enthalten wie den Carotinen, die nicht nur Möhrchen so kräftig orange färben. Auch Vitamine wirken als Antioxidantien, allen voran Vitamin E, das auch als Tocopherol in der Liste der Inhaltsstoffe angeführt ist.

Alkohole

Sie sind das wohl meistverwendete Konservierungsmittel in der Naturkosmetik. Alkohol löst keine allergischen Reaktionen aus. Und er schützt mit Breitbandwirkung gegen eine ganze Reihe von Keimen, indem er ihnen die Lebensgrundlage entzieht. Das funktioniert wie beim Rumtopf: Früchte plus jede Menge Umdrehungen hält laaaaange, lange Zeit.

Ätherische Öle

Sie enthalten die geballte Power der Pflanze, aus der sie gewonnen werden. Ätherische Öle mit antibakterieller und/oder antimikrobieller Wirkung verhindern, dass Keime im Produkt gedeihen. Beliebt sind sie auch, um konservierenden Alkohol zu verschneiden. Der wird so ungeniessbar und es fallen geringere Steuern darauf an. Tatsächlich findest du ätherische Öle normalerweise in Kombination mit einem anderen Konservierungsmittel, weil sie sonst in sehr hoher Konzentration vorhanden sein müssten.

Fermente

Auch die kennst du aus der Küche als besonders haltbar. Zum Beispiel als Frühstücksjoghurt oder Sauerkraut, bei denen Milchsäurebakterien fermentieren und die Masse durchsäuern. Das hemmt Keime und Bakterien wirksam. Zusätzlich bringen Fermente eine ganze Reihe nützlicher Eigenschaften mit. Und keine Sorge: Das Ganze geht auch vegan!

☝️ Um den Bedarf an Konservierung zu minimieren, setzt FIVE unter anderem auf wasserlose Formulierungen, denn Wasser verkeimt besonders schnell.

Lese dazu auch den beliebten Blogartikel: Warum Wasser nicht in, sondern unter die Pflege gehört.

Die richtige Aufbewahrung von Kosmetik

Kosmetika solltest du kühl und dunkel aufbewahren. Doch bevor du ihnen ein Fach im Kühlschrank frei räumst: Sie brauchen natürlich keine arktische Kälte in ewiger, tiefschwarzer Nacht. Du kannst sie – ausser anders angegeben – einfach bei Zimmertemperatur im Bad lagern.

Weit wichtiger ist ein umsichtiger Umgang mit dem Inhalt. Denn Verderben bedeutet 1.) Oxidation und 2.) Verkeimung. Beides wird begünstigt, sobald du das Gefäss öffnest. Damit lässt du Luft, ergo Sauerstoff, herein. Und bei der Entnahme können Bakterien usw. ins Produkt gelangen.

So bleibt deine Kosmetik länger frisch

  1. Öffne das Gefäss nur so kurz wie nötig! Lass es nach der Entnahme nicht minutenlang ohne Deckel stehen, während du dich weiter fertigmachst.
  2. Entnimm das Produkt immer mit frisch gewaschenen Fingern – oder besser noch – mit einem sauberen Spatel.
  3. Stelle Tiegel und Fläschchen dort auf, wo sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind.  

☝️ Die FIVE-Produkte gibt es nicht nur der schicken Optik wegen in Blauglas. Die Farbe schützt lichtempfindliche Inhaltsstoffe wie wertvolle, kaltgepresste Pflanzenöle viel besser als transparentes Glas.

Wie lange sind Kosmetika haltbar?

Manch einer kauft ja gern auf Vorrat. Passierte Tomaten und Pasta im Haus zu haben, ist nie verkehrt. Wie sieht es aber mit Kosmetikartikeln aus? Die Extratube Handcreme zum Beispiel, wenn du beim besten Willen nicht weisst in welcher Tasche die letzte verloren gegangen ist.

Bei Kosmetika gibt es zwei Varianten von Haltbarkeitsangaben. Wenn sich auf deinem Produkt kein Datumstempel befindet, sondern das Symbol eines offenen Tiegels mit einer Zahl darin, heisst das Folgendes: Das Produkt hält sich ungeöffnet 30 Monate (das gibt die EU-Kosmetikverordnung so vor) und nach dem Anbrechen die angegebene Anzahl von Monaten. Steht im Tiegel beispielsweise eine 6, solltest du es in 6 Monaten verbrauchen.  

Variante zwei ist ein aufgedrucktes Mindesthaltbarkeitsdatum mit Tag, Monat und Jahr wie bei Lebensmitteln. In diesem Fall gibt das die Haltbarkeit im geschlossenen Zustand an. Gefolgt wird es meist von einer Angabe wie schnell es nach dem Öffnen zu verbrauchen ist.

Alkohol in der Hautpflege

Beim Cocktail-Abend mit den Mädels ist der Virgin Cocktail vielleicht eher die Notlösung für Autofahrer. In der Kosmetik ist die alkoholfreie Variante aber in jedem Fall die 1. Wahl. Denn – das ist kein Geheimnis – Alkohol wirkt austrocknend.

Dabei müssen wir kurz differenzieren: Es gibt fettige Alkohole, die eine pflegende Wirkung haben, und Alkohole, die sich schnell verflüchtigen und dadurch austrocknen. Genau die werden als Konservierungsmittel verwendet, weil sie Keime wirksam abtöten.

Warum ist Alkohol in Naturkosmetik überhaupt so beliebt?

Alkohol gehört zu den beliebtesten Konservierungsmitteln in der Naturkosmetik. Und wir wollen ihm einige Vorteile auch gar nicht absprechen. Die Hersteller meiden Parabene, weil die in Verdacht stehen, hormonell zu wirken. Ätherische Öle sind für Allergiker problematisch, wenn sie auf die jeweilige Pflanze reagieren. Alkohol ist hypoallergen und hat keine tiefergehenden Auswirkungen auf deinen Körper.  

Beliebt ist Alkohol auch, weil er sich beim Auftragen so schön leicht anfühlt. Er gibt im Tiegel Volumen, verflüchtigt sich an der Luft aber schnell. Deshalb fühlt es sich an, als würde die Creme besonders leicht einziehen. Das hat allerdings auch so seine Kehrseite ...

Die Nachteile von Alkohol

Eine Studie [1] zeigt, dass Alkohol schon in geringer Dosis die Lipidstruktur der Haut verflüssigt. Dadurch kann der Alkohol andere Wirkstoffe in die tieferen Hautschichten schleusen. Allerdings bedeutet das gleichzeitig, dass Alkohol den Feuchtigkeitsgehalt der Haut senkt, da Wasser leichter entweicht [2].

Ausserdem stellten die Forscher fest, dass Alkohol der Haut schon in moderater Konzentration Lipide entzieht. Und diese Fette gehören zum Grundrezept einer intakten Hautbarriere.

Ergo: Alkohol bringt den Feuchtigkeitshaushalt und den natürlichen Schutzmantel der Haut aus dem Gleichgewicht und wirkt deshalb austrocknend und irritierend. Deine Creme aber soll deiner Haut schliesslich Feuchtigkeit zuführen und die Schutzfunktion unterstützen. Enthält sie Alkohol, kann sie aber genau das Gegenteil bewirken.  

Wenn deine Haut dazu neigt zu fetten, geniesst du vermutlich das vorübergehende Gefühl der Leichtigkeit. Auf lange Sicht fettet deine Haut allerdings noch stärker, um ihre Verluste auszugleichen. Und bei empfindlicher Haut lässt die Reaktion häufig gar nicht auf sich warten. Sie zeigt dir sofort an, dass sie sich gereizt fühlt. Deshalb greifen wir bei FIVE statt Alkohol lieber zu schonenderen Konservierungsmitteln mit Zusatzeffekt!

Ferment aus Milchsäurebakterien – und das bitte vegan

Für das neue FIVE Feuchtigkeitsserum setzen wir auf ein Ferment aus Milchsäurebakterien. Das ist, wie all unsere Inhaltsstoffe, natürlich vegan. Denn Milchsäurebakterien befinden sich – hier ist der Name irreführend – nicht nur in der Milch. Diese Bakterien fermentieren zum Beispiel auch Sauerkraut.

Und da wir es lieben, wie das tapfere Schneiderlein gleich mehrere Fliegen auf einmal zu erwischen, ist Konservierung nicht das einzige Fachgebiet des Ferments. Es verbessert nämlich auch die Hautfeuchtigkeit deutlich. Gleichzeitig wirkt es antimikrobiell und ist sanft zur Haut. Da es aus recht grossen Molekülen besteht, verbleibt es an der Hautoberfläche und nimmt im Unterschied zu Alkohol keinen Einfluss auf die Hautstruktur. Dabei ist das Ferment aus Milchsäurebakterien…

  • 100% natürlich und biologisch abbaubar,
  • frei von Laktose und Gluten,
  • frei von Gentechnik,
  • 100% vegan und tierversuchsfrei.  

Unsere Naturkosmetik

«Keine Creme sollte mehr Inhaltsstoffe haben, als du an einer Hand abzählen kannst.»

Anna Pfeiffer