Glycerin – pflegt es die Haut oder trocknet es aus?


Anna Pfeiffer |

Glycerin gehört zu den Inhaltsstoffen, die dir in Kosmetik am häufigsten begegnen. Du findest es in den meisten Pflegeprodukten, von der Seife bis hin zur Feuchtigkeitscreme. Aber weshalb ist Glycerin so beliebt? Und was ist dran an der Kritik, es würde die Haut austrocknen?
 
 
Mythos Glycerin trocknet die Haut aus  | Five Skincare

Mythos «Glycerin trocknet die Haut aus» – was ist dran?

Seit Jahren hat Glycerin den Ruf weg, die Haut auszutrocknen. Stimmt das überhaupt? Ja und nein. Wie bei so vielen Inhaltsstoffen kommt es auch hier auf die richtige Konzentration und Kombination an.
 
Damit du dies nachvollziehen kannst, lass mich dir kurz die Funktion von Glycerin erklären: Glycerin zieht Wasser wie ein Magnet an. Dieser Effekt ist erwünscht, denn er macht diesen Inhaltsstoff zu den besten Feuchtigkeitsspendern überhaupt. Woher stammt dann das Gerücht, dass Glycerin austrocknend wirken soll?
 
Wie gesagt, Glycerin zieht Wasser an. Dabei ist es dem Glycerin aber reichlich egal woher das Wasser stammt, Hauptsache es ist leicht verfügbar. Es kann aus drei Quellen stammen:
 
  1. Wasser aus der Umgebungsluft (bei hoher Luftfeuchtigkeit)
  2. Wasser aus anderen Inhaltsstoffen im Produkt
  3. In der Haut gespeichertes Wasser
Vielleicht ahnst du schon, aus welcher Quelle sich das Glycerin nicht bedienen sollte? Genau, aus Quelle 3: Wasser aus deiner Haut! Sobald Glycerin nämlich aus anderen Quellen nicht genug Wasser bekommt, zieht es Wasser aus den tieferen Hautschichten nach oben an die Hautoberfläche. Der austrocknende Effekt entsteht. Zwei Faktoren verhindern, dass es dazu kommt: die richtige Formulierung und die passende Konzentration.

Die richtige Formulierung von Produkten mit Glycerin

 
Dem Glycerin mag zwar egal sein, woher es sein Wasser bezieht, aber deiner Haut natürlich nicht. Wichtig ist also, dass Glycerin immer von anderen feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen begleitet wird. Dann bindet es kein Wasser aus deiner Haut, sondern bedient sich am Wasser aus dem Produkt. In dieser Kombination befeuchtet Glycerin deine Haut tief und langanhaltend.
 
Ganz klasse im Zusammenhang mit Glycerin ist übrigens eine hohe Luftfeuchtigkeit, sprich der Urlaub in feucht-warmem Klima oder auch ein guter Luftbefeuchter zuhause. Im heimischen Winter hingegen solltest du extra pingelig auf eine gute Feuchtigkeitspflege achten!
 
Musst du nun Angst haben, dass dein Produkt mit Glycerin die Haut austrocknet? Nein. Heute werden Kosmetikprodukte ja mit diesem Wissen formuliert. Kein Grund zur Panik also, denn in hochwertigen Feuchtigkeitscremes und Seren ist Glycerin so dosiert und kombiniert, dass es sich von seiner besten Seite zeigt.

Die passende Konzentration von Glycerin im Pflegeprodukt

 
Je mehr Glycerin im Produkt enthalten ist, desto höher der Wasserbedarf. Ab einer zu hohen Konzentration lässt sich das in der Rezeptur irgendwann nicht mehr ausgleichen. Deshalb spielt auch die Dosierung des Glycerin eine wichtige Rolle.
 
Der austrocknende Effekt stellt sich ein, wenn ein Produkt zu mehr als 10% aus Glycerin besteht. Falls du dich online schon ein wenig informiert hast, ist dir vielleicht aufgefallen, dass manche Quellen erst ab 30% von einer austrocknenden Wirkung sprechen. Woran liegt das? Nun, der Effekt schlägt ja nicht plötzlich um.
 
Konzentrationen bis 10% sind in der Hautpflege unbedenklich. Darüber verkehrt sich die Wirkung schrittweise ins Gegenteil bis es dann ab 30% wirklich kritisch wird. Bei Produkten für die Hautpflege liegt der Glycerin-Anteil meist bei 3–5%, also deutlich im «sicheren» Bereich.

Woraus wird Glycerin hergestellt?

 
Im Unterschied zu Kokosöl oder Sheabutter ist der Name ja nicht gerade vielsagend. Denkst du vielleicht spontan an «Nitroglycerin»? Klingt explosiv, aber nicht unbedingt nach Natur … Und für herkömmliche Kosmetik wird Glycerin tatsächlich oft aus Erdöl synthetisiert.
 
Doch Glycerin kann auch aus natürlichen Quellen gewonnen werden. Es entsteht bei der Aufspaltung von Fetten, synthetischen wie natürlichen. Und bei Letzteren gibt es neben tierischen Quellen auch die Gewinnung aus Pflanzenölen. Und daher stammt normalerweise das Glycerin, das in Naturkosmetik verwendet wird.

Bio-Glycerin aus Kokosöl

 
Idealerweise enthält deine Hautpflege hier Glycerin in Bio-Qualität von Pflanzen, die umweltschonend, ohne Pestizide angebaut werden. Leider ist die beliebteste Quelle für pflanzliches Glycerin Palmöl. Die Liste der Inhaltsstoffe (INCI) gibt dir darüber jedoch keinen Aufschluss.
 
Auch in unserem neuen FIVE Gesichtsserum (ab März 2019) verwöhnt natürliches Glycerin deine Haut mit extra viel Feuchtigkeit. Es wird mittels Verseifung aus Kokosöl gewonnen und ist – wie all unsere Produkte – zu 100% vegan. Damit du deine Haut nicht unnötig mit Pestizid-Rückständen belastest, kommt in unser Serum nur Bio-Glycerin von Kokospflanzen aus ökologischem Anbau.

Für welche Hauttypen eignet sich Glycerin?

 
Glycerin ist ein natürlicher Bestandteil des Körpers. Beim Stoffwechsel werden permanent Fette verarbeitet, wobei Glycerin als Nebenprodukt anfällt. Das wird dann bis in die Haut transportiert, wo es die Barrierefunktion unterstützt. Weil natürlich und ohnehin vorhanden ist Glycerin sehr gut verträglich. Es ist allergenfrei und eignet sich auch für empfindliche Haut.
 
Es gibt also keinen Hauttypen, der bei Glycerin lieber auf Abstand gehen sollte. Den grössten Nutzen hat allerdings feuchtigkeitsarme Haut. Glycerin hilft nämlich Wasser in den tieferen Hautschichten zu speichern und legt so ein zusätzliches Feuchtigkeitsdepot an.
 
Trockene Haut kann zwar anlagebedingt sein, allerdings neigt auch normale Haut mit zunehmender Reife stärker dazu auszutrocknen. Eine gute Feuchtigkeitspflege wird also mit der Zeit immer wichtiger! 
 

Fazit: Glycerin versorgt die Haut mit Feuchtigkeit

 
In der richtigen Dosierung liefert Glycerin deiner Haut reichlich Feuchtigkeit. Und die ist ein Muss. Wenigstens 20% Wasser braucht die Haut, um dich so richtig frisch und strahlend aussehen zu lassen.
 
Und das Schöne an Glycerin: Es durchfeuchtet die Haut bis in die tieferen Schichten. Das verbessert die Elastizität und strafft. Ausserdem lässt sich dieses tiefer gelegene Wasserdepot bei der Gesichtsreinigung nicht so leicht fortwaschen.
 
Da Glycerin Wasser aus der Umgebung bindet, sind zwei Faktoren bei der Rezepturentwicklung von Kosmetikprodukten ausschlaggebend:
  1. Das Produkt muss reich an Feuchtigkeit sein.
  2. Glycerin darf es nur in kleinen Mengen enthalten.
Übrigens: Das Feuchtigkeitsserum von FIVE besteht zu 4% aus Glycerin und bringt dank biologischem Rosenblütenhydrolat reichlich Feuchtigkeit mit.

Sensible Haut kommt nicht von ungefähr.

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